Mehr als die Hälfte der Firmen wird bereits von Frauen gegründet

Mehr als die Hälfte der Firmen wird bereits von Frauen gegründet

"Reich wird man am Anfang nicht. Im Moment verdienen unsere Mitarbeiter noch mehr als wir selbst", sagt Carina Schmiedseder (28). Gemeinsam mit Stefanie Gerhofer (31) hat sie vor zwei Jahren die Agentur Beraterinnen2 gegründet, mittlerweile mit offisy, einer Organisationssoftware, sogar schon ein zweites Unternehmen. Vor einem Monat wurde in Linz erstmals ein eigenes Büro bezogen, und die ersten drei Mitarbeiter wurden eingestellt.

Schmiedseder und Gerhofer sind nicht die einzigen Frauen, die in jüngster Zeit den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben. Im Vorjahr waren die Frauen erstmals bei den Gründern in der Überzahl. Knapp 59 Prozent aller Gründungen wurden von Frauen angemeldet. Und auch wenn man die Personenbetreuerinnen abzieht, die sich nicht unbedingt als Unternehmerinnen sehen, ist noch immer knapp jeder zweite Gründer eine Gründerin.

Dass Frauen sich selbstständig machen, weil sie mangels Jobangeboten in die Selbstständigkeit getrieben werden, sei ein Mythos, sagt die Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Oberösterreich, Ulrike Rabmer-Koller. "Laut unseren Umfragen machen sich Frauen deshalb selbstständig, weil sie auf diese Art und Weise Projektideen umsetzen und sich selbst verwirklichen können. Aber auch, weil sie sich die Zeit besser einteilen können", sagt die Unternehmerin. Dass es bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf noch Verbesserungsmöglichkeiten gebe, verhehlt aber auch sie nicht.

Martina Esterbauer (38) aus Attersee war bis vor vier Jahren Hoteldirektorin. "Dann wollte ich mir meinen Stress selber machen." Mit ihrem Unternehmen Second Home Service sind Besitzer von Zweitwohnsitzen ihre Kunden. "Früher haben sich Nachbarn um die Häuser gekümmert – das macht heute niemand mehr", sagt die Unternehmerin, die bereits zwei Vollzeit- und drei Teilzeitkräfte angestellt hat. Leicht sei es für Selbstständige allerdings nicht. Viele bürokratische Hürden seien zu überwinden und nicht zuletzt litten Kleinunternehmer auch unter der hohen Steuerlast. "Darum muss ich auch wachsen. Wenn ich stehen bleibe, fressen mich die Steuern und die Sozialversicherungsabgaben auf", sagt Esterbauer.

Bereut habe sie den Schritt in die Selbstständigkeit aber nie: "Stress habe ich nach wie vor – jetzt ist es aber positiver Stress."

Auch Carina Schmiedseder würde ihr Unternehmerdasein nicht mehr gegen eine Anstellung tauschen wollen. "Am Anfang war es zwar zäh, aber jetzt ist es so richtig losgegangen. Eigene Ideen umsetzen zu können – darin liegt für mich der Reiz der Selbstständigkeit", sagt Schmiedseder, die bei ihrem Wirtschaftsstudium an der Linzer Kepler-Universität ihre Begeisterung für die Selbstständigkeit entdeckt hat.

Ihre Ansprechpartnerin

Mag. Stefanie Gerhofer
offisy gmbh
Dr. Herbert-Sperl-Ring 2
4060 Leonding

E: stefanie.gerhofer@offisy.at
T: +43 732 28 3000